Kommt das Aus für Maus & Engerling?

 


Ein neues biologisches Mittel zur Pflanzenstärkung bringt nach Erprobung auf dem Feld nun auch in Hausgärten Erfolge. Wer konsequent vorgeht, setzt statt auf Töten auf Vertreiben und hält seinen Garten ganz natürlich schädlingsfrei.

Gegen Wühlmäuse und Engerlinge scheint es nun eine Abwehr-Möglichkeit zu geben. Das österreichische Unternehmen „Naturrein Biogarten“ aus Kilb hat für Hobby-Gärtnerinnen und -gärtner zwei Pflanzenstärkungspakete auf den Markt gebracht, die es ohne Gift ermöglichen, die Probleme mit Wühlmäusen und Engerlingen in den Griff zu bekommen. „Es ist kein Mittel gegen etwas, sondern für etwas“, erläutert Geschäftsführer Reinhard Hölzl das System. Daher nennt es sich auch nicht Pflanzenschutzmittel, sondern Paket zur Pflanzenstärkung mit positiven Nebenwirkungen. Jedes Lebewesen verfügt über ein System der Abwehr – es funktioniert wie das Immunsystem des Menschen: Stärkt man die Abwehr, haben Krankheiten weniger Chancen. Genau nach dieser Idee entwickelte das Unternehmen ein Komplett-Paket für die Pflanzengesundheit, deren Ursprung ja bekanntlich nur in einem gesunden Boden zu finden ist.

Die Vertreibung der Wühlmaus

Wühlmäuse sind in manchen Gärten eine wahre Plage und vernichten alles, was ihnen zwischen die Zähne kommt. Durch die Gabe von bestimmten Nährstoffen und Spurenelementen werden die Mäuse nun derart vergrämt, dass sie abwandern. Bisher gab es diese Möglichkeit jedoch nur in der Landwirtschaft bei großflächigen Anwendungen. Dort erzielte man überzeugende Erfolge. So sind zum Beispiel Obst- und Heidelbeeranlagen in der Steiermark nach einem intensiven Befall vollkommen mausfrei, oder Weingärten in Niederösterreich nach nur einer einmaligen Anwendung ohne Befall. Das System ist bereits im biologischen Gartenbau zugelassen.

Die Mischung macht`s

Einerseits verwendet man Mikronährstoffe, dazu Schwefel, der durch die vielen Umweltmaßnahmen kurioserweise bereits wieder zu einem Mangelelement im Boden geworden ist, und ein Pflanzenhilfsmittel auf Basis von Pflanzenöl, das die Wirkung für einige Wochen aufrechterhält. Man mischt die drei Komponenten exakt nach Vorschrift und bringt diese mit einem Sprühgerät aus. Die Pflanze nimmt einerseits Teile davon auf und – so ergaben die Forschungen – bilden Wurzelausscheidungen, sogenannte Glykosinolate, die durch ihren senfartigen Geruch eine abwehrende Wirkung auf Mäuse haben. Andererseits ist es der leichte Schwefelgeruch, der in den Boden eindringt und die Mäuse vertreibt. Die Wirkung hält einige Wochen an, jedenfalls wird eine Wiederholung erst nach vier Wochen empfohlen.

Was tun bei Engerlingen?

Ganz ähnlich funktioniert auch die Abwehr von Engerlingen. Allerdings sind hier nach den Versuchen fünf Komponenten und auch eine höhere Wassermenge je Quadratmeter notwendig. Die Mischung wird nicht mit einer Sprühflasche, sondern mit der Gießkanne ausgebracht und reicht für 40 m². Im landwirtschaftlichen Grünland, wo enorme Flächen an Wiesen von den Larven befallen wurden, erzielte man gute Erfolge. Andernfalls wäre dort nur Umbruch und Neuaussaat möglich gewesen. Innerhalb kürzester Zeit verschwand die große Masse an Engerlingen. Besonders lästig waren in den vergangenen Jahren die Engerlinge von Mai- und Junikäfern. Man konnte in Privatgärten ganze Rasenflächen regelrecht abheben, weil alle Wurzeln abgefressen waren. „Mit den neuen Pflanzenstärkungspaketen, die nach Bio-Kriterien von InfoXgen ‘biologisch GÄRTNERN’ und dem ‘Natur im Garten’-Gütesiegel ausgezeichnet sind, wollen wir das verhindern“, ist Hölzl zuversichtlich. Die beiden Pflanzenstärkungspakete sind unter dem Namen „Naturrein Protect-M“ und „Naturrein Protect- E“ erhältlich.